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Alfred Heinemann (1896–1977)

Alfred Heinemann wurde am 13. Dezember 1896 in Eisenach als zweiter Sohn von insgesamt vier Kindern des Ehepaares Siegmund und Emilie Heinemann geboren und evangelisch getauft. Nach dem Umzug der Familie nach Wenigenjena besuchte er von 1903 bis 1911 die Ostschule. Es folgte eine Lehre als Dreher bei der Firma Schietrumpf, die er jedoch infolge des Kriegsausbruchs nicht beenden konnte, da der Betrieb vorübergehend geschlossen werden musste. Von 1915 bis 1918 zum Militär eingezogen, arbeitete er nach Kriegsende bis 1924 bei der Reichsbahn und schloss sich zunächst der USPD, dann der KPD an. 1927 wurde er bei der Firma Carl Zeiss als Linsenfasser fest eingestellt. Die  „Nürnberger Gesetze“ 1935 deklarierten ihn als „Mischling ersten Grades“ mit allen damit verbundenen Ausgrenzungen. Mit seiner Frau Marie Heinemann, geb. Sachse, bewohnte Alfred Heinemann ab April 1926 eine Dachgeschosswohnung in der Reichsanstalt für Erdbebenforschung am Fröbel- stieg. Marie Heinemann (1897–1980) war an der Reichsanstalt als Reinigungskraft und Hausmeisterin tätig. Zum 30. November 1939 erhielt das Ehepaar Heinemann auf Veranlassung des Kreisleiters der NSDAP, Paul Müller, die Kündigung der reichseigenen Wohnung, weil der „Haushaltsvorstand Alfred Heinemann nichtarischer Abstammung“ sei. Aus eben diesem Grund war auch Marie Heinemann, die dort bislang eine ordentliche und zuverlässige Arbeit geleistet hatte, ihre Stellung zum 16. Dezember 1939 gekündigt worden. Da das Ehepaar bis Sommer 1940 nicht ausgezogen war, und der Wohnraum für neue Hausleute dringend gebraucht wurde, legte die Direktion der Reichsanstalt, die bislang Rücksicht auf die bedrängte Lage des Ehepaares genommen hatte, beim Amtsgericht Jena Klage wegen Wohnungsräumung ein. In der Klageschrift hieß es: „Ebensowenig wie einer oberen, dem Reichswirtschaftsministerium unmittelbar unterstehenden Reichsbehörde  zugemutet werden kann, daß die Ehefrau eines Nichtariers dort eine Dienststellung einnimmt, ebensowenig kann auch eine Dienstwohnung des Reichs einer nichtarischen Familie länger überlassen bleiben“_ _(ThStA Rudolstadt, Bezirkstag und Rat des Bezirkes Gera 7884). Die Räumungsfrist wurde endgültig zum 31. Oktober 1940 verlängert, wohl aufgrund der akuten Wohnungsnot in Jena. Im Oktober 1944 sollte Alfred Heinemann in das Lager der Organisation Todt bei Halle-Weißenfels verbracht werden, was jedoch aus Krankheitsgründen unterblieb. Am 5. Januar 1945 erhielt er zum dritten Mal einen Haftbefehl: zusammen mit Heinrich Möhring, Ehemann von Fanny Möhring, musste er bis April 1945 im Reichsautobahnlager Wommen bei Eisenach Zwangsarbeit leisten. Nach dem Krieg war Alfred Heinemann wieder als Dreher tätig. Sein Antrag auf Anerkennung als Verfolgter des Naziregimes wurde aufgrund der „nur“ dreimonatigen Haftzeit jedoch abgelehnt. Am 11. Dezember 1977 starb Alfred Heinemann in Jena.