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Siegmund Heinemann (1867–1953)

Siegmund Heinemann wurde am 24. Dezember 1867 in Schmalkalden als Sohn eines jüdischen Schneidermeisters geboren. Von 1873 bis 1881 besuchte er die Volksschule und verließ diese mit dem Abschluss der 8. Klasse. Er erlernte gleich seinem Vater das Schneiderhandwerk und zog nach Beendigung der Lehre nach Eisenach, wo er 1895 Emilie Weymer (1870–1940) heiratete. 1900 siedelte die Familie nach Wenigenjena über. Hier lebte bereits seine verheiratete Schwester Amalie Bartholomes. Zunächst als Arbeiter tätig, wird er in seinem erlernten Beruf als Schneidermeister erstmals 1919 im Adressbuch der Stadt geführt. In die Mühlen der nationalsozialistischen Justiz geriet der über 70-jährige Heinemann im November 1939, weil er in einer Eingabe an eine Behörde den zweiten Vornamen „Israel“ weggelassen hatte, den er seit Anfang 1939 wie alle männlichen deutschen Juden führen musste, die keinen eindeutig als jüdisch erkennbaren Vornamen trugen. Das „Vergehen“ hatte im April 1940 eine zweimonatige Gefängnisstrafe zur Folge. Nach dem Tod seiner nichtjüdischen Ehefrau im gleichen Jahr wurde Siegmund Heinemann aus seiner Wohnung in der Kronfeldstraße 2a ausgewiesen und bei der Familie Meyerstein in der Schützenstraße untergebracht. Wegen des Zwangsverkaufs des Meyersteinschen Hauses musste er auch diese Wohnung für »Arier« räumen. Ende Juni 1941 suchte Heinemann deshalb ein möbliertes Zimmer. Als er eine Vermieterin gefunden hatte, füllte er das Meldeformular aus, setzte den zweiten Vornamen allerdings erst ein, nachdem die Vermieterin das Formular unterschrieben hatte. Das blieb nicht verborgen und so erhielt er als „Wiederholungstäter“ erneut eine Gefängnisstrafe, diesmal von fünf Monaten. Seine Haftzeit verbüßte er in der Strafanstalt Eisenach. Von Eisenach aus wurde er am 11. Januar 1944 nach Theresienstadt deportiert. Er überlebte das Lager und konnte im Sommer 1945 nach Jena zurückkehren, wo er bei seinem Sohn Alfred Unterkunft fand. Für seine Anerkennung als Opfer des Faschismus bürgte Amalie Kühnhold, die 1944 mit demselben Transport von Erfurt nach Theresienstadt verschleppt worden war. Siegmund Heinemann starb am 14. April 1953 in Gotha.