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Walter Hoffmann (1881–1967)

Walter Hoffmann wurde am 10. März 1881 in Anklam als Sohn des Kaufmanns Gustav Hoffmann und dessen jüdischer Ehefrau Marie, geb. Davidsohn, geboren und evangelisch getauft. Nach dem Schulbesuch in Demmin absolvierte er eine Lehre als Goldschmied in Berlin und arbeitete dann in den Städten Kiel, Braunschweig, Dresden, Göttingen und München. 1910 heiratete er in Dresden die Weißnäherin Bertha Toska Michel. Das Ehepaar ließ sich in Jena nieder, wo die Kinder Alfred (1912–1945), Anne-Marie (1916–1929) und Inge (1920–1930) geboren wurden. Hier arbeitete Walter Hoffmann als Gehilfe bei dem Goldschmied Friedrich Gräfe in der Johannisstraße. Als Gräfe im Ersten Weltkrieg zum Ankauf von Gold für die Reichsbank eingesetzt war, hielt Walter Hoffmann den Geschäftsbetrieb auf- recht und konnte damit zunächst eine Verschiebung seiner Einberufung erreichen. 1916 wurde er zum Heer eingezogen und kämpfte als Soldat in Frankreich. Unversehrt aus dem Krieg zurück, gründete er 1919 seine eigene Goldschmiedewerkstatt, welche er über viele Jahre in der Jenergasse 16, ab 1936 in der Saalstraße 3 erfolgreich führte. Am 15. Oktober 1944 wurde er von der Gestapo als „jüdischer Mischling“ nach Weißenfels in das „Drei Wegelager“ der Organisation Todt gebracht. In seiner 1950 abgelegten eidesstattlichen Erklärung berichtete er dazu: „Hier wurden wir von der S. S. bewacht, das Verlassen des Lagers wurde nicht erlaubt. Wir mussten früh um 5 Uhr aufstehen und um 5 : 30 Uhr antreten, wurden dann von der S. S. zum Bahnhof gebracht um nach Leuna zu fahren, wo wir zum Bunkerbau eingesetzt wurden. Vom Lager Weißenfels kamen wir ca. 14 Tage vor Weihnachten in das viel schlechtere Lager nach  Halle und von da nach Wörmlitz ins Lager in einen dunklen und feuchten Keller. Nach und nach wurde das Lager ausgebaut. Die Arbeit blieb dieselbe, nachdem der Bunker in Leuna West fertig war, musste ich nach Merseburg auch zum Bunkerbau“. Als Zeugen für seine Angaben benannte er die ebenfalls in Halle-Weißenfels Inhaftierten Wilhelm Krause und  Paul Großherr. Mit Kriegsende kehrte Walter Hoffmann im April 1945 nach einem Fußmarsch von Halle nach Jena zurück, wo er bald sein Geschäft als Goldschmied wieder eröffnen konnte. Aufgrund seiner sechsmonatigen Haft im Arbeitslager und seiner nachgewiesenen »antifaschistischen Einstellung« durch Eintritt in die SPD im Februar 1946 erhielt er seine Anerkennung als Opfer des Faschismus. Walter Hoffmann verstarb am 6. November 1967 in Jena und wurde auf dem Nordfriedhof beigesetzt.