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Moritz Hofmann (1861–1917)

Die Geschäftspartner Abraham Frankenberg und Moritz Hofmann stammten beide aus jüdischen Familien in Marisfeld (Südthüringen). Hier wurde Abraham Frankenberg am 14. Januar 1854 als Sohn des Viehhändlers Jonas Frankenberg und dessen Frau Karoline Frankenberg, geb. Rosenbaum, geboren. Der Pferde- und Viehhändler Abraham Frankenberg kam bereits 1882 nach Jena. Seine Ehefrau Regine Frankenberg war die am 14. Juni 1862 in Themar geborene Schwester von Moritz Hofmann, der am 19. Januar 1861 in Marisfeld geboren wurde. Beider Eltern waren der Viehhändler Lippmann Hofmann (1826–1904) und seine Frau Friederike, geb. Sachs (1831–1917). Lippmann Hofmann, seine Frau und ihre jüngeren Kinder, darunter auch Salomon Hofmann, folgten 1884 den vorausgegangenen älteren Kindern Simon und Regine nach Jena. Abraham Frankenberg gehörte nach der Aufhebung der rechtlichen Beschränkungen zu den ersten in Jena fest ansässigen Juden, die hier ein Gewerbe betrieben. Im Verzeichnis der nach dem Handelsregister in der Stadt Jena bestehenden Firmen war die Firma Frankenberg & Hofmann 1882 die dritte eingetragene jüdische Firma nach dem Bankhaus Elkan (1857) und dem Kaufmann Leopold Hammerstein (1881). Erste Inhaber der zunächst in der Grietgasse ansässigen Viehhandlung waren Abraham Frankenberg und Simon Hofmann, der 1859 geborene ältere Bruder von Moritz Hofmann. Moritz Hofmann begann als Gehilfe in der Viehhandlung, deren Leitung er 1893 nach Ausscheiden seines Bruders Simon mit Abraham Frankenberg übernahm. Anhand der veranschlagten Bei- träge zur Besoldung des Landesrabbiners, die im Maßstab der Steuerzahlungen erhoben wurden, florierte das Geschäft Frankenberg & Hofmann, auch wenn es im Juli 1897 zu einem wirtschaftlichen Schaden infolge eines im Pferde- stall ausgebrochenen Brandes kam. Regelmäßig zählte Frankenberg & Hofmann zu den höchsten Beitragszahlern in Jena. Die bescheidene Anzahl der seit Beginn 1880er Jahre in Jena wohnhaften Juden hatte sich innerhalb von zehn Jahren soweit erhöht, dass die Gründung einer eigenen Gemeinde für möglich und notwendig erachtet wurde. Zu den elf Gründern der Israelitischen Religionsgemeinde im September 1896 gehörten Abraham Frankenberg sowie Moritz und Lippmann Hofmann. Insbesondere Abraham Frankenberg spielte eine aktive Rolle. Er stand im Briefwechsel mit dem Landesrabbiner und wurde als Repräsentant der Gemeinde anerkannt, wie Hermann Friedmann (Familien Friedmann) 1904 in einem Brief an den Landesrabbiner Dr. Wiesen feststellte. Im Oktober 1896 beklagte sich Frankenberg beim Rabbiner, dass zahlreiche der in Jena wohnhaften vermögenden Israeliten nicht zu bewegen gewesen waren, der neu gegründeten Gemeinschaft beizutreten. Besonderes Augenmerk legte er auf die Einstellung eines Religionslehrers. In einem Schreiben vom 19. September 1904 beurteilte er den Bewerber Samuel Heilmann »als Vorbeter in tadelloser Verfassung«. Den Religionsunterricht durch den noch 1904 angestellten Lehrer besuchten die Geschwister Frieda Hofmann (geb. 1893) und Erich Hofmann (geb. 1894), Kinder von Moritz Hofmann und seiner Frau Jetty (Jettchen), geb. Moses. Rosa, Bertha und Alfred Frankenberg, die Kinder von Abraham Frankenberg, waren bereits 1883, 1885 und 1889 in Jena geboren worden und hatten noch Religionsunterricht durch auswärtige Lehrer erhalten. Einen wichtigen Schritt zur Integration in die Stadtgemeinde vollzogen Abraham Frankenberg und Moritz Hofmann 1902 mit dem Erwerb des Bürgerrechts der Stadt und der damit verbundenen Berechtigung zur Wahl des Gemeindevorstandes. Möglicherweise aus wirtschaftlichen Erwägungen, sicher aber auch aus Alters- bzw. Krankheitsgründen beschlossen die Inhaber in den Jahren des Weltkrieges die Auflösung ihrer Viehhandlung. Das gemeinsame Haus am Löbdergraben, seit 1891 Sitz der Viehhandlung und Wohnstätte der Familien von Abraham Frankenberg, Moritz und Lippmann Hofmann, wurde 1916 an die Stadtgemeinde Jena verkauft, die das Gebäude für die Unterbringung städtischer Ämter – zunächst für das im Krieg dringend benötigte Lebensmittelamt – nutzte. Endgültig zum 1. April 1917 wurde das Geschäft Frankenberg & Hofmann geschlossen, das Gewerbe im Juni 1917 offiziell abgemeldet. Moritz Hofmann starb kurz danach am 30. Juni 1917 in Bad Nauheim. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof in Erfurt (Übersicht 6). Abraham Frankenberg war bereits am 1. April 1917 mit seiner Frau nach Münster verzogen, wo seine beiden Töchter mit ihren Familien lebten. Rosa Frankenberg war hier seit 1906 mit dem Kaufmann Hugo Hertz verheiratet, ihre Schwester Bertha seit 1908 mit dessen Bruder, dem Pferdehändler Sally Hertz aus Coesfeld. Abraham Frankenberg starb am 14. Dezember 1925 in Münster, seine Frau Regine am 11. Januar 1933. Die Grabstätte der Familie befindet sich auf dem Jüdischen Friedhof in Münster. Die Tochter Bertha Hertz starb 1928 in Münster, ihre Schwester Rosa konnte emigrieren und verstarb 1952 in den USA. Die Witwe von Moritz Hofmann, Jetty Hofmann, blieb noch bis 1921 in Jena und lebte dann bis zu ihrem Tod 1932 ebenfalls in Münster. Ihr jüngster Sohn Walter, am 14. September 1901 in Jena geboren und 1935 in Münster verheiratet, wurde Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung. 1941 von Münster aus in das Ghetto Riga deportiert, wurde er 1944 im Konzentrationslager Riga-Kaiserswald ermordet.
Wohnungen in Jena:
Moritz Hofmann: 1886 Neugasse 496; 1889 Neugasse 9; 1891 Löbdergraben 14 (durch Umnummerierung seit 1905 = Nr. 23, seit 1907 = Nr. 34)