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Familie Wernik

Die Großfamilie Wernik kam aus Grajewo in Ostpolen nach Gera. Während des 1.Weltkriegs wurde die strategisch wichtige Kleinstadt Grajewo zu 90 Prozent zerstört. Als 1918 wieder Frieden in Europa herrschte, tobten an der russisch-polnischen Grenze noch lange grausame Kämpfe. Wieder war Grajewo stark betroffen. Ein Zurück nach dem Krieg gab es also nicht. Im Gegenteil, weitere Familienmitglieder zogen nach Gera. Am Ende des 1. Weltkrieges waren David und Klara ein junges Paar, Klara war gerade 18 Jahre alt und David 26. Klara aber stammte aus Galizien. Da weitere galizische Juden in Gera lebten, werden sie sich hier kennengelernt, möglicherweise auch nach ostjüdischem Ritus geheiratet haben. Der Gebetsraum der galizischen Juden war ganz in der Nähe. Sie beziehen hier die erste eigene Wohnung. David arbeitete mit in der Firma seines Bruders. 1923 wird in Gera Sohn Max geboren, 1929 Tochter Lotte.
Die Männer der Familie Wernik waren seit Generationen Pferdehändler. Sie hatten es zu bescheidenem Wohlstand gebracht. Pferde spielten zu der Zeit eine überaus wichtige Rolle. Davids Bruder Jacob Wernik hatte in Gera eine Großhandlung „Siepp & Wernik“ für technische Öle, Fette und Schmierstoffe. Nach 1933 nimmt die Judenfeindlichkeit weiter zu, die vierköpfige Familie muss umziehen. Zunächst geht es zu den Eltern zurück in die Lutherstraße. Als der Vater das Haus verkaufen muss, ziehen sie 1935 in eine kleine Wohnung in der Schülerstraße.
Sie geraten 1938 in die unerwartete Polen-Aktion. Mit etwa 130 anderen Geraern kommen sie nach Bentschen. Von dort gehen Mutter und Kinder nach Galizien zur Verwandtschaft. 1939 wird Galizien zunächst russisch besetzt. Max ist gerade mal 18 Jahre alt. Er wird Soldat der sowjetischen Roten Armee. Er überlebt das Kriegsende und ist im Sommer 1945 für kurze Zeit noch einmal als Soldat in Gera. Da ist er 22 Jahre alt. In Folge des Überfalls der Deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion werden an unbekannten Tagen nach dem 20. Juni 1941 Klara und Charlotte von Sonderkommandos ermordet. David wird nach Auschwitz gebracht und stirbt dort 1942. Verlege-Ort ist vor der ersten gemeinsamen Wohnung.