Hinweis: Um die korrekte Darstellung der Seite zu erhalten, müssen Sie beim Drucken die Hintergrundgrafiken erlauben.
  • Sie haben einen Filter gesetzt: - Werschker, Felicitas (1916-2001)

Personen/Institutionen:

  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z

Orte:

  • A
  • B
  • C
  • D
  • E
  • F
  • G
  • H
  • I
  • J
  • K
  • L
  • M
  • N
  • O
  • P
  • Q
  • R
  • S
  • T
  • U
  • V
  • W
  • X
  • Y
  • Z

Ihre Recherche - Sie suchen:

Personen/Institutionen:
Gefundene Objekte: 1

W

Felicitas Werschker (1916-2001)

Felicitas Werschker (geb. Israel) wurde am 19.12.1916 in Weimar geboren. Kurz nach ihrer Geburt zogen ihre Eltern, Arthur und Herta Israel (geb. Lewin), nach Ilmenau. Werschker wuchs als einziges jüdisches Mädchen in ihrem Alter in Ilmenau auf. Zunächst besuchte sie dort die Grundschule und ging dann später aufs Lyzeum, dass sie allerdings mit 17 Jahren ohne Abschluss verlassen musste, um zu ihrer Tante nach Berlin zu ziehen.   In einem Zeitzeugeninterview beschreibt sie ihre Kindheit und ihr Aufwachsen in Ilmenau. Werschker beschreibt ihre Kindheit und das Familienleben als idyllisch. Ihre Eltern besaßen ein Haus in der heutigen Straße des Friedens, in dem sie im Erdgeschoss ein Einzelhandelsgeschäft betrieben. In Ilmenau gab es zu ihrer Zeit eine kleine jüdische Gemeinde von etwa 10 bis 12 jüdischen Familien. Ihr Leben in der Stadt beschreibt Werschker aber bewusst als „nicht typisch jüdisch“. „Nur zu hohen Feiertagen kam jemand, um den Gottesdienst zu halten. Außerdem kam ab und zu ein jüdischer Lehrer aus einer anderen Stadt, um uns zu unterrichten. Sonst gab es nichts besonders Jüdisches.“ (S.30)   Den Antisemitismus in Ilmenau nahm Werschker anfangs als einen unterschwelligen wahr. Doch mit der Machtübernahme des NS-Regimes begannen die sozialen Ausgrenzungen. Freundinnen war es nicht mehr erlaubt sich mit ihr zu treffen und sie u.a. durfte nicht mehr an Schulaufführungen teilnehmen. Ein Gefühl des Ausgeschlossen-Seins machte sich breit. Bald darauf wurden die Schikanen gegen die Familie öffentlicher und drastischer. Wachen wurden vor dem Geschäft ihrer Eltern aufgestellt, die Kunden daran hinderten das Geschäft zu betreten und angepöbelt. Die Schaufenster wurden mit Parolen beschmiert. Mit 18 Jahren verließ Werschker Ilmenau und zog zu ihrer Tante nach Berlin. Ihre Eltern folgten ihr wenige Zeit später und erwarben in Berlin ein kleines Hutgeschäft. Aber auch dort hörten die Diskriminierungen nicht auf. Im April 1939 emigrierte Felicitas Werschker nach England. Ihre Eltern wurden am 27.11.1941 von Berlin nach Riga deportiert und dort kurz nach ihrer Ankunft ermordet.