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Bibra

Gedenkstein

In Gedenken an Oskar Meyer


Im späten Mittelalter lebten nur wenige jüdische Familien in Bibra. Erste urkundliche Hinweise auf drei Familien von Schutzjuden stammen aus dem Jahre 1658. Schutzgelder mussten die Juden zunächst die Reichsritter von Bibra und von 1808 bis 1848 an die Landesherrschaft von Meiningen entrichten.


Um 1845 konnte die jüdische Gemeinde ihre neue Synagoge in der Hauptstraße, in der Nähe des „Judentores“, einweihen, deren Bau zwar bereits 1839/1840 begonnen, aber wegen finanzieller Schwierigkeiten zeitweise eingestellt worden war. Das Gebäude diente zugleich als Lehrerwohnung und Schulraum.


Zu Beginn der NS-Zeit lebten in Bibra noch knapp 50 Juden. Während der Novembertage des Jahres 1938 schrieben NSDAP-Angehörige mit roter Farbe „Hier ist der Sitz der Judenverbrecher! Hängt sie auf!“ an die Außenwand des Synagogengebäudes. Kurz nach Kriegsbeginn gab die stark geschrumpfte jüdische Gemeinde ihre Synagoge auf. Das Gebäude wurde 1940 von der Kommune übernommen und anschließend als Wohnhaus genutzt. 1943 wurden die letzten jüdischen Einwohner aus Bibra deportiert; unter ihnen auch der Handwerker Oskar Meyer. Nach ihm wurde 1992 der Platz vor dem Schloß genannt. Seit 2007 erinnert dort auch ein Gedenkstein an die vertriebenen und ermordeten Bibraer Jüdinnen und Juden.


Die ehemalige Synagoge wird weiterhin als Wohnhaus genutzt. Seit 2012 weist eine Tafel auf sie hin.


Fotografie ©: Jan Kobel