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Toraschrein

Der Toraschrein (auf Hebräisch „Aron ha-Qodesch“, „der heilige Schrein“) gehört zur Grundausstattung einer [Synagoge][1] und befindet sich an der nach Jerusalem gerichteten Wand, in Europa also an der Ostwand. Er enthält die [Tora][2]rollen, die von einem Schreiber, dem [Sofer][3], unter speziellen Vorkehrungen hergestellt wurden. Im jüdischen Gottesdienst wird der Toraschrein geöffnet, die Torarollen werden herausgenommen, zur [Bima][4] getragen und dort verlesen.

[1]: "Synagoge"
[2]: "Tora"
[3]: "Schofar"
[4]: "Bima"

Torawimpel

Torawimpel sind textile Bänder, die um die [Tora][1]rollen in der [Synagoge][2] gewickelt sind und oft aus Beschneidungswindeln gefertigt wurden. Sie verbinden als rituelle Gegenstände das Ritual der [Beschneidung][3] (erste Nutzung des Bandes als Windel) mit dem der [Bar Mizwa][4] (zweite Nutzung als Geschenk der Familie an die Gemeinde). Torawimpel sind Zeugnisse von jüdischer Volkskunst; sie sind oft bedruckt, bemalt oder bestickt und zeigen Menschen, Tierkreiszeichen, Hochzeitsszenen oder Toradarstellungen. Außerdem geben sie genealogische Hinweise, da sie den hebräischen Namen des Kindes, das Geburtsdatum und auch oft den Namen des Vaters vermerken.

[1]: "Tora"
[2]: "Synagoge"
[3]: "Beschneidung"
[4]: "Bar Mizwa / Bat Mizwa"

Trauerperiode der drei Wochen

Zwischen dem 17. Tammus und dem 9. Aw im jüdischen Kalender liegt eine Trauerperiode von etwa drei Wochen, weil in dieser Zeit das jüdische Volk immer wieder von Katastrophen betroffen wurde, die entweder das gesamte Volk oder einzelne Gruppen in ihrer Existenz bedrohten.
So wird am 17. Tammus mit einem Halbfastentag an die gewaltsame Überwindung der [Jerusalem][1]er Stadtmauern durch die römischen Truppen im Jahr 70 u.Z. erinnert. Sie begannen danach mit der Eroberung der Stadt, und zerstörten den zweiten Tempels am 9. Aw. Nach der Tradition wurde auch der erste [Tempel][2] im Jahre 586 v.u.Z. am 9. Aw zerstört. Auch andere katastrophale Ereignisse werden auf den 9. Aw datiert, so unter anderem die Ausweisung der Juden aus England im Jahre 1290 oder die Vertreibung der Juden aus Spanien im Jahre 1492.
Die evangelischen Kirchen Deutschlands beziehen sich auf diese Ereignisse, wenn sie am 11. Sonntag nach Pfingsten den „[Israelsonntag][3]“ begehen.

[1]: "Jerusalem"
[2]: "Tempel"
[3]: "Israelsonntag der Kirchen"

Tu Bischwat

Das sogenannte „Neujahrsfest der Bäume“ ist ein nichtbiblischer Feiertag, es erinnert jedoch an das biblische Gebot, die Früchte von neugepflanzten Bäumen erst im fünften Jahr zu verzehren. Es fällt etwa in die Zeit, wenn in Israel die Regenperiode endet und die ideale Pflanzperiode beginnt.

In Israel wird Tu Bischwat als nationaler Feiertag begangen, an dem Schulkinder und Erwachsene im ganzen Land neue Bäume pflanzen. Außerhalb von Israel bemühen sich jüdische Familien, Früchte zu verzehren, die auch in Israel wachsen, um an die Vegetation dort und das Land der Vorfahren und der Bibel zu erinnern.

Ultraorthodoxes Judentum

Im heutigen [orthodoxen Judentum][1] wird zwischen modern-orthodox und ultraorthodox unterschieden. Das orthodoxe Judentum orientiert sich an [Tora][2]  und [Talmud][3], also der schriftlichen und mündlichen Lehre, die das Judentum begründet. Das rabbinische Judentum wird als die Instanz verstanden, die das Wort Gottes auf der Grundlage der Überlieferung interpretiert und es so Juden und Jüdinnen ermöglicht, ihr ganzes Leben als Gottesdienst zu verstehen und zu entfalten. Vielfältige religionsgesetzliche Vorschriften, die Halacha, bestimmen den Tagesablauf und alltägliche Entscheidungen zu allen Fragen des Lebens. Das ultraorthodoxe Judentum ist die konservativste Richtung des Judentums. Es entstand im 19. Jahrhundert als Reaktion auf vielfältige Reformbemühungen in Mittel- und Osteuropa. Ultraorthodoxe Juden sind schon an ihrem Kleidungsstil erkennbar. Sie leben eher abgeschieden von der modernen Welt, lehnen modernes weltliches Wissen ab und folgen oft einem geistlichen Oberhaupt. Einige wenige Gruppierungen lehnen sogar den Staat Israel ab und glauben, dass nur der Messias den jüdischen Staat wiedererrichten kann. Andere beteiligen sich an der israelischen Politik. In Israel verbringt ein Großteil der ultraorthodoxen Männer seine Zeit mit dem Studium der heiligen Schriften und geht keiner Erwerbsarbeit nach. Finanzielle Hilfe für sie und ihre meist großen Familien kommt von Spendern und vom Staat, gleichwohl leben viele ultraorthodoxe Familien in Armut. In Israel sind etwa 10 Prozent der Bevölkerung ultraorthodox, ihre Zentren befindet sich in den Ortschaften Bnei Brak und Beit Schemesch sowie im Jerusalemer Stadtteil Mea Schearim. Auch in den USA und Kanada gibt es große ultraorthodoxe Gruppierungen, weniger in Europa.

[1]: "Orthodoxes Judentum"
[2]: "Tora"
[3]: "Talmud"